Rehabilitationsphase / Konditionstraining

Erst einmal nichts machen, dies war das Motto zu Beginn meiner Rehabilitationsphase. Einfach nichts tun, die Seele baumeln lassen und dem Körper die Zeit geben, sich nach der Verletzung, den vielen Medikamenten und der Narkose zu erholen. Mithilfe diversen Therapiemethoden startete ich in das “Abenteuer” zurück in den Alltag und zurück auf den Schnee.

Erster kleiner Schritt: Therapieren und behandeln meines Narbengewebes im Knie und der Hüfte. Dabei unterstützten mich mein Schwiegervater und Naturarzt Sepp Marty sowie der Physiotherapeut Wytze Bakker. Kombiniert arbeiteten wir daran, mich und mein Knie beweglicher und damit trainingsbereit zu machen. Leichte Sporteinheiten waren zu diesem Zeitpunkt bereits wieder möglich. Somit war ich für den zweiten Teil meiner Reha bereit.

Beim zweiten Schritt ging es darum, mit einem strukturierten Aufbau in Unteriberg und Magglingen zu starten: Mit Laura Herr, Physiotherapeutin von Swiss-Ski, stiess jemand weiteres in mein Reha-Team hinzu. Sie ist für die Leitung und Planung meiner Reha verantwortlich.
Auch wenn ich mich mitten in einer Rehabilitationsphase befinde, fühlt es sich nicht so an, denn ich bin motiviert, wieder 100% fit und beschwerdefrei zu sein. Diese Verletzung ist eine weitere Aufgabe oder Challenge in meinem Leben, an der ich wachsen möchte. Es gibt nichts anderes als ein weiteres Mal das Beste draus zu machen.

Schritt drei in meiner Rehabilitation ist der Aufbau meiner verlorengegangenen Muskelmasse. Mein Körpergewicht war mit stattlichen 86 kg nach der Wintersaison auf 78 kg gesunken. Da während dieses Prozesses mehrheitlich Muskelmasse abgebaut wurde, war das überschüssige Fett noch immer vorhanden und von einem “Sixpack” war weit und breit keine Spur. Dies galt es wieder in Ordnung zu bringen und mit dem sogenannten “Muscle Memory” gelang es mir recht schnell, eine gewisse Beinmasse wieder aufzubauen. Mit Ramon Zürcher (propta-training.ch) habe ich in diesem Jahr einen neuen Konditionstrainer an meiner Seite. Da Jürgen Loacker, mein jahrelanger Konditrainer, ende Jahr seinen Hut ziehen wird, war es für mich an der Zeit, mich neu zu orientieren. In diesem Sinne möchte ich mich noch einmal bei “Locki” für das tolle Training und die menschliche Begleitung über die Jahre hinweg bedanken. Gleichwohl freue ich mich auf die neue Herausforderung mit Ramon. Topmotiviert sind wir daran, mich Schritt für Schritt weiterzubringen, damit ich bald wieder auf den Skiern stehen kann.


Urs Kryenbühl